Gelöscht (Rezension)

DSCI0013

© Coverrechte: Coppenrath

 

 

Titel: Gelöscht
Autor: Teri Terry
Band 1/3
Seiten: 432
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsdatum: Juni 2013

 

 

 

Inhalt

Kyla wurde geslatet, d.h. ihr Gedächtnis wurde gelöscht. In England in einer nicht allzu fernen Zukunft ist dies eine völlig legale und weit verbreitete Methode, ehemaligen Verbrechern eine zweite Chance zu geben. Sie erfahren nicht, warum sie geslatet wurden und beginnen ein neues Leben in einer neuen Familie. Ein Armband – Levo genannt – überwacht die Gefühle der Slater. Der angezeigte Wert sinkt, je mehr negative Gefühle der Slater spürt und steigt, wenn sie etwas positives erleben oder denken. Fällt der Wert zu tief, stirbt der Slater. Damit soll sichergestellt werden, dass die ehemaligen Verbrecher nicht wieder gewalttätig werden können.

Kyla kommt in eine Familie, die bereits eine Slaterin aufgenommen hat: Amy, Kylas neue Schwester. Nur langsam gewöhnt sich Kyla an alles – ist doch alles wieder ganz neu für sie. In der Schule muss sie als erstes lernen, dass Slater nicht von jedem gemocht werden, und dass sie scheinbar anders ist als andere Slater. Sie lernt schneller und kann selbstständiger denken, sodass sie schon bald anfängt, die Methoden der Regierung zu hinterfragen. Warum verschwinden so viele offensichtlich unschuldige Menschen? Werden wirklich nur Verbrecher geslatet? Kyla bringt sich und ihr Umfeld mit ihren Fragen langsam aber sicher in Gefahr…

Eigene Meinung

Nachdem ich schon einige gute Bewertungen zu diesem Buch gelesen hatte, landete es recht fix auf meiner Wunschliste, war mir bisher als Hardcover aber zu teuer. Als dann die liebe Cindy mir zu meinem Geburtstag einen Thalia-Gutschein schenkte und ich in der leider bald schließenden Filiale bei mir nach einem schönen Buch suchte, fiel mir „Gelöscht“ wieder ins Auge. Ohne langes Überlegen nahm ich es mit, auch wenn ich ein paar Euro drauf zahlen musste. 😉 Und ich habe es nicht bereut!

Mir gefällt die Stimmung in „Gelöscht“ sehr gut. Man wird anfangs ohne viele Erklärungen ins Geschehen geworfen und nur langsam klären sich die Umstände auf, in denen dieses Buch spielt. Kylas Unsicherheit, die ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben nur allzu verständlich ist, kam gut rüber. Ebenso wie Kylas langsames Einleben und Verstehen in ihrem neuen Leben mit all den merkwürdigen Geschehnissen. Vieles scheint nicht so zu sein, wie es auf den ersten Blick wirkt. Je weiter die Handlung voran schreitet, umso düsterer wird die Grundstimmung. Immer wieder erfährt Kyla neue Geheimnisse, die sie eigentlich niemals jemandem anvertrauen dürfte, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Ihre ständige Überwachung durch ihre Lehrer, Ärzte und die Regierung machen ihr zu schaffen. Und dann tauchen in ihren Träumen immer wieder Szenen auf, die ihr viel zu real vorkommen, um eingebildet zu sein. All das steigerte die Spannung immer wieder, obwohl die Handlung ohne Action auskommt. Man möchte als Leser einfach wissen, was wirklich gespielt wird, was die Regierung tatsächlich mit ihrem Slating tut. Und dann sind da noch die Terroristen, die versuchen, etwas gegen die Regierung zu unternehmen, dabei aber viel zu viele unschuldige Menschenleben einfordern und mit denen Kyla sich durch ihre Träume doch irgendwie verbunden fühlt, egal wie sehr sie sie verabscheut. Wer war Kyla früher? Wird sie es herausfinden?

Stellenweise war Kyla etwas anstrengend. Sie muss oft positives erleben/fühlen/denken, um ihren Levo-Wert steigen zu lassen. Ihr ständiges Gefühls-Auf-unf-Ab wurde mir ab und zu etwas viel, vor allem da man spätestens nach der Hälfte des Buches wusste, wie Kyla wann auf was reagiert. Das hätte manches Mal vielleicht etwas weniger ausführlich sein können…

Ebenfalls wichtig für die Handlung ist Ben, ein Mitschüler von Kyla und der typische Mädchenschwarm. Auch er ist ein Slater und anfangs erscheint auch er wenig selbstständig. Je näher Kyla ihn kennenlernt, umso mehr merkt sie aber, dass Ben auch anders ist. Sie möchte ihn schützen und in seiner Nähe sein. Eine zarte Liebesgeschichte entwickelt sich, die den beiden eigentlich verboten ist, denn Kylas Slating liegt noch nicht weit genug zurück, als dass sie dem Gefühlschaos der Liebe standhalten zu könnte. Auf der einen Seite fand ich es recht erfrischend, dass die Liebe nicht so in den Vordergrund gestellt wird wie bei anderen Geschichten und Kylas Gedanken nicht komplett von Ben eingenommen werden. Auf der anderen Seite fand ich es aber dennoch etwas schnell, wie die beiden plötzlich Gefühle für einander hatten. Natürlich kennt man immer nur Kylas Gedanken, aber in denen war Ben die meiste Zeit wirklich nur ein guter Freund, dem sie vertrauen konnte und bei dem sie sich sicher fühlte. Und dann plötzlich schwupps und sie lieben sich. Und dabei bleibt Kyla trotzdem noch sehr rational und denkt stets daran, was das beste für sie beide wäre – nämlich sich nicht mehr zu sehen.

Ihr großes Vertrauen in Ben wird am Ende des Bandes auch nochmal zum großen Problem mit viel Spannung. Aber dazu will ich nicht zu viel verraten. 😉

Insgesamt ließ sich das Buch wirklich schnell lesen, was sicherlich auch auf die recht mager bedruckten Seiten zurück zu führen ist. Man hätte es auch locker mit 2/3 der aktuellen Seitenzahl drucken können. Die durchgehende Spannung und die bedrückende Atmosphäre trugen aber auch sehr gut dazu bei, dass man stets weiter lesen wollte und nach dem großen Finale auch gerne den zweiten Band lesen würde.

Bewertung: ★★★★☆

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