Der Märchenerzähler

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© Coverrechte: Oetinger

 

 

Titel: Der Märchenerzähler
Autor: Antonia Michaelis
Band: 1/1
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 448
Verlag: Oetinger
Erscheinungsdatum: Februar 2011

 

 

 

Inhalt

Die 17-jährige Anna ist eine Träumerin und denkt von sich selbst, sie würde in einer Seifenblase leben. In ihrem Zuhause mit der „blauen Luft“ und den Rotkehlchen im Garten ist sie wohl behütet aufgewachsen. Doch dann lernt sie durch einen Zufall Abel Tannatek aus ihrem Deutschkurs näher kennen. Abel, den alle nur den polnischen Kurzwarenhändler nennen, da er Drogen an Mitschüler verkauft. Und Annas Neugier sorgt dafür, dass sie Abel nicht mehr aus dem Kopf bekommt, ihm folgt, und herausfindet, dass er seiner kleinen Schwester Micha wunderbare Märchen erzählt. Abel und Micha leben in ärmlichen Verhältnissen. Ihre Mutter ist „verreist“, keiner weiß, wann sie wieder kommt oder wo sie ist. Abel kümmert sich alleine um Micha und „jobt“ neben der Schule, um genug Geld für sie beide zu haben. Langsam schleicht sich Anna in das Leben der beiden hinein und verliebt sich in Abel. Sie glaubt fest daran, dass er kein so schlechter Mensch ist, wie alle sagen. Doch kann ihre Liebe wirklich Bestand haben? Und wer ist Abel wirklich?

Eigene Meinung

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, wie ich dieses Buch bewerten soll, ohne allzu viel zu spoilern… Es ist ein wunderbares, aber auch sehr schreckliches Buch. Wunderbar wegen dem unglaublich schönen, poetischen Schreibstil, der einem am laufenden Band verträumte, lebhafte Bilder in den Kopf zaubert. Und schrecklich wegen der Handlung. Selten habe ich ein Buch gelesen, dass mich so gefesselt hat, das ich es kaum aus der Hand legen konnte. Denn das ist „Der Märchenerzähler“ auf jeden Fall: spannend und meiner Meinung nach kaum vorhersehbar. Man denkt sich zwar Dinge, ahnt vielleicht etwas, aber man hofft doch stets etwas anderes. Es gelingt ganz wunderbar, Hoffnungen zu wecken und sie dann gnadenlos zu zerstören, nur um kurz darauf erneut Hoffnung zu schüren. Bis am Ende die große Auflösung folgt.

Insgesamt waren mir die Charaktere sympathisch. Anna mit ihrer verträumten Art ist sehr liebenswert, aber gleichzeitig so furchtbar naiv, das man sie an manchen Stellen im Buch einfach nur schütteln will, damit sie endlich aus ihrer Seifenblase aufwacht und die Realität erkennt. Abel bleibt die meiste Zeit ein Rätsel. Er ist ein wunderbarer Märchenerzähler, doch wie viel Wahrheit steckt in seinen Geschichten? Und letztlich Micha, die einfach nur zuckersüß und unschuldig ist und mit ihrer kindlichen, vorlauten Art immer wieder ein Lächeln in mein Gesicht zaubern konnte. Auch die anderen Charaktere kommen recht real rüber. Anna beste Freundin Gitta, der verschlossene Bertil, der Lehrer Knaake… und jeder spielt seine kleine Rolle in der ganzen Geschichte.

Als ich das Buch gestern beendete, nachdem ich die letzten 200 Seiten fast an einem Stück gelesen hatte, war ich wirklich aufgewühlt. Es passierte auf den Seiten so viel. Eine wirklich schreckliche Szene bleibt dabei besonders im Gedächtnis und ich verstehe immer noch nicht, wieso Anna das verzeihen konnte… Immer wieder musste ich mich fragen, wie weit Liebe gehen kann, wie weit man Verzeihen kann, weil man liebt. Wo sind die Grenzen?

Und ich weiß gerade wirklich nicht, wie ich das Buch bewerten soll. Aus dem Gefühl heraus, würde ich 5 Sterne verteilen, einfach weil es sich so toll lesen ließ, der Schreibstil wunderschön ist und ich vor allem am Ende sehr viel empfunden habe – sowohl Trauer als auch Wut. Und meiner Meinung nach ist ein Buch genau dann gut: Wenn es Emotionen im Leser hervorrufen kann.
Dennoch bleibt der unschöne Nachgeschmack, dass Anna zu viel verzeiht, dass sie zu sehr liebt und die Realität nicht mehr sieht. Kann ein Mensch wirklich so „dumm“ und irrational sein?
Daher nur 4 Sterne. Aber das Buch ist auf jeden Fall sehr, sehr lesenswert und ich würde es vorbehaltlos jedem weiter empfehlen, der nicht zu zartbesaitet für die teilweise doch heftigen Szenen ist.

Bewertung: ★★★★☆

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Die Chroniken des Magnus Bane (Rezension)

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© Coverrechte: Arena

 

Titel: Die Chroniken des Magnus Bane
Autor: Cassandra Clare, Maureen Johnson, Sarah Rees Brennan
Band: 1/1
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 560
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: Juni 2014

 

 

 
Anmerkung: Ich habe nur die englische Ausgabe gelesen, hier aber die deutschen Angaben gemacht, da ja nicht jeder das englische Buch kaufen wird, wenns das auch auf Deutsch gibt. 😉
Allerdings muss ich anmerken, dass in der englischen Ausgabe zu jedem Kapitel ein einseitiger Comic von Cassandra Jean gezeichnet wurde, der je eine Szene aus der dazugehörigen Kurzgeschichte zeigt. Soweit ich weiß, fehlen diese Comics in der deutschen Ausgabe, da sie ein paar Monate vor der englischen erschien. Dazu sei gesagt, dass die Chroniken des Magnus Bane zuerst nur als E-Books erhältlich waren, die als einzelne Kurzgeschichte herausgebracht wurden. Die Gesamtausgabe wurde erst nachträglich in gedruckter Form veröffentlicht.

Inhalt
In insgesamt 11 Kurzgeschichten von je ca. 50 Seiten wird das Leben des Warlocks Magnus Bane näher beleuchtet und ein paar Geheimnisse über ihn gelüftet. Z.B. was wirklich in Peru geschah oder wie Magnus Raphael Santiago rettet.

Eigene Meinung
Als erstes sei gesagt, dass die Bane Chroniken nur etwas für diejenigen sind, die die „Chroniken der Unterwelt“ (The Mortal Instruments) und die „Chroniken der Schattenjäger“ (The Infernal Devices) komplett gelesen haben. Sonst spoilert man sich und es könnten die Zusammenhänge zwischen Magnus Bane und den Personen, die er in den Kurzgeschichten trifft, unverständlich sein oder gar überflüssig erscheinen. Außerdem sollte man Magnus Bane zumindest etwas mögen oder interessant finden. 😉

Daher: Achtung, SPOILER möglich!

Insgesamt ist zudem anzumerken, dass Cassandra Clare nicht selbst die Geschichten geschrieben hat und daher die Spannung, die sie so toll in Kämpfen oder auch in romantischen Szenen einbringen kann, nicht so gut rüber kommt wie man es sonst gewohnt ist. Außerdem bleibt Magnus in den meisten Geschichten etwas blass im Vergleich zu den Hauptbüchern, wo er immerhin nur eine wichtige Nebenrolle spielt. Er wird viel zu sehr auf seinen Modefimmel reduziert, finde ich.

Die Kurzgeschichten sind unterschiedlich interessant, weshalb es schwer ist, ein Gesamturteil zu fällen. Gerade die ersten Geschichten konnten mich nicht wirklich mitreißen. Was wirklich in Peru geschah erschien mir wie eine recht sinnlose Aneinanderreihung von trivialen Ereignissen, die irgendwie in Peru stattfanden und nicht mal ansatzweise witzig oder spannend waren. Das war kein guter Einstieg in die Kurzgeschichtenreihe…

Bei der zweiten Story „The Runaway Queen“ fehlte mir komplett der Bezug zu den anderen Büchern der Schattenjäger. Vielleicht habe ich es aber auch einfach vergessen. Es ist sicherlich hilfreich, die Chroniken des Magnus Bane direkt nach den Ereignissen in den Hauptbüchern zu lesen. Jedenfalls konnte mich diese Geschichte auch nicht wirklich fesseln und ich war schon am zweifeln, ob ich wirklich weiter lesen sollte…

Die folgenden Geschichten wurden aber besser. In der 3. Kurzgeschichte geht es darum, wie Magnus den Vater von Will Herondale trifft und wie er Camille kennenlernt. Insgesamt zwar auch eine sehr ruhige Geschichte, aber die Charaktere waren interessanter.

In der 4. Geschichte trifft Magnus dann Will, Tessa und Jem wieder und lernt den Sohn von Will und Tessa kennen. Hier hätte ich gerne mehr gelesen, da man am Ende doch recht hilflos zurückgelassen wird und nicht erfährt, wie „die Angelegenheit“ (Ich will ja niemanden zu sehr spoilern.) weiter geht. Insgesamt aber eine der Geschichten, die mir am besten gefallen haben!

In den Geschichten 5 bis 7 geht dann alles um das Hotel Dumort, Camille und Raphael Santiago, wobei es über etwa 60 Jahre verteilt spielt. Diese Geschichten fand ich auch recht unterhaltsam und gerade die Szenen mit Raphael sind super, denn er hat eine ganz spezielle, vorlaute Art, die mir auch in den anderen Büchern schon gut gefallen hat.

Die Geschichten 8, 10 und 11 handeln dann von Magnus Beziehung zu Alec. Hier merkt man, dass Cassandra Clare und ihre Co-Autorinnen den Fans von „Malec“, wie die Beziehung von Magnus und Alec gerne bezeichnet wird, ein bisschen mehr präsentieren wollte. Mir gefielen sie allerdings nicht so unbedingt. Gerade Story 8 dreht sich fast komplett darum, wie Magnus ein Geburtstagsgeschenk für Alec sucht. Dies sollte vermutlich witzig oder niedlich oder was weiß ich sein. Ich fands eher langweilig. Dasselbe gilt für die 11. Geschichte, die nur aus Nachrichten auf Magnus Mailbox besteht, die Izzy, Simon, Alec und Co. nach der Trennung von „Malec“ drauf sprechen. Auch das fand ich nicht allzu witzig zu lesen und eher überflüssig. Fans der Beziehung wird es aber sicher gefallen können. Einzig die 10. Geschichte gefiel mir gut. Sie war zwar auch nicht unbedingt voll mit Action, aber hier konnte man die Beziehung zwischen Alec und Magnus in ihrer Anfangsphase miterleben und gerade die Unsicherheit der beiden kam sehr gut rüber.

Die 9. Geschichte spielte nochmal ein paar Jahre in der Vergangenheit, wo Magnus zum ersten Mal auf den Zirkel von Valentin trifft. Hier gab es endlich mal mehr Konflikte und Kampf. Es kam meiner Meinung nach gut rüber, wie sehr Valentins Gefolgsleute den Befehlen ihres Anführers folgen, ohne darüber nachzudenken. Und wie dann doch erste Zweifel auftreten. Zum Schluss gab es auch noch die Szene, in der Jocelyn Clary zum ersten Mal zu Magnus bringt und um Hilfe bittet.

Insgesamt sind die Chroniken des Magnus Bane recht unterhaltsam und für zwischendurch gut geeignet. Man sollte aber keine allzu mitreißenden, spannenden Geschichten erwarten, sondern sich eher auf das Wiedersehen mit alten Bekannten freuen und nebenbei ein paar Geheimnisse aus Magnus Vergangenheit lüften. Ein paar Geschichten hätten gerne weggelassen oder gekürzt werden können, wohingegen ich einige andere gerne ausführlicher gehabt hätte. Schade ist natürlich, dass die sonst so witzige Art von Magnus nicht so gut rüber kommt wie man es gewohnt ist. Er wirkt oftmals sogar etwas nervig und langweilig, wenn er mal wieder nur von Mode spricht oder andere Menschen auf ihre Kleidung reduziert.

Bewertung: ★★★☆☆

Wake & Dream (Rezension)

Titel: Wake – Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast
Autor: Lisa McMann
Band: 1/3
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 221
Verlag: Baumhaus
Erscheinungsdatum: Mai 2011

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© Coverrechte: Boje

 

Titel: Dream – Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast
Autor: Lisa McMann
Band 2/3
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 268
Verlag: Boje
Erscheinungsdatum: August 2010

Anmerkung: Da die Bände nur kurz sind und ich sie ohnehin direkt nacheinander gelesen habe, schreibe ich sie in eine gemeinsame Rezension. Ich dachte eigentlich, die Reihe hätte nur zwei Bände, hab aber gerade gesehen, dass es noch einen dritten Band gibt, der allerdings recht schlecht bei Amazon bewertet ist. Ich gehe daher nicht davon aus, ihn noch zu lesen, wo ich mit der Reihe eh schon abgeschlossen hatte.


Inhalt

Die 17-jährige Janie besitzt die Gabe in fremde Träume hineingezogen zu werden. Sobald sie in die Nähe einer träumenden Person kommt, sieht sie dessen Traum, schläft dabei aber selbst nicht ein. Es ist viel mehr so, dass sie noch fühlen kann, was um sie herum ist, sie aber nur den Traum sehen kann. Da Janie sich nicht dagegen wehren kann, in die Träume gezogen zu werden, kann es schon mal passieren, dass sie in kritische Situationen gerät. So wird sie beispielsweise einmal beim Autofahren in einen Alptraum gezogen und kann nur ganz knapp verhindern, einen Unfall zu verursachen. Anfangs weiß niemand von ihrer Gabe und Janie hütet sich auch gut davor, irgendwem davon zu erzählen. Man würde sie dann nur für verrückt halten. Doch dann lernt Janie Carl kennen und vieles beginnt sich zu verändern…

Eigene Meinung
Geschrieben sind die Bücher in der 3. Person, aber dennoch hauptsächlich aus Janies Sicht. Dabei ist alles in kurze Abschnitte unterteilt, die sich nach Tagen und Uhrzeiten richten. So weiß man immer, wie viel Zeit beispielsweise während eines Traumes vergeht. Beginnen tut die Handlung als Janie das erste Mal in einen Traum gezogen wird, da ist sie acht Jahre alt. Danach wird in verschiedenen Episoden gezeigt, wie Janie während der Schulzeit in Träume gezogen wird, wie sie die Träume von Freundinnen sieht und dadurch mehr über diese erfährt, als ihr lieb ist und letztlich erreicht die Handlung die „Hauptzeit“, in der Janie in einen bestimmten Alptraum immer wieder hineingezogen wird und letztlich Carl trifft.

Der Schreibstil ist sehr knapp gehalten, es wird nur das wichtigste gesagt. Dadurch schreitet die Handlung zum einen schnell voran, zum anderen wirken gerade die Träume sehr realistisch. Jeder weiß ja wie sprunghaft und seltsam Träume sein können und das fängt Lisa McMann meiner Meinung nach sehr gut mit ihrem Schreibstil ein – sowohl bei lustigen Träumen als auch bei Alpträumen. Dennoch kommen auch Janies Gefühle nicht zu kurz. Ich konnte immer gut nachvollziehen, wie schwer ihre Gabe auf ihr lastet und wie sie damit zu kämpfen hat, nicht im falschen Moment weg zu sein. Hinzu kommt ihre alkoholabhängige Mutter, die sich überhaupt nicht um Janie kümmert und wegen der Janie neben der Schule noch in einem Altenheim arbeitet, um genug Geld fürs College zu sparen. Mir war Janie jedenfalls von Anfang an sympathisch.

Ebenfalls gut gelungen fand ich die Beziehung zu Carl. Es war kein typisches „Super-toller-Kerl-kommt-um-die-Ecke-und-es-ist-Liebe-auf-den-ersten-Blick“-Szenario. Ganz im Gegenteil. Janie lernt Carl eher zufällig kennen und danach haben sie ewig überhaupt nichts mehr miteinander zu tun, bis Carl in ihre Klasse wechselt und sich äußerlich ziemlich verändert hat. Dennoch wird er stets als normaler Durchschnittstyp beschrieben, der eine besondere, mysteriöse Aura ausstrahlt, die die Mädchen interessant finden. Er selbst ist aber sehr verschlossen und sucht keinen Kontakt zu irgendwem. Nur sehr langsam freunden Janie und Carl sich an und auch ihre Liebesgeschichte entwickelt sich nur langsam. Das war sehr erfrischend.

Da Janies Gabe aber eine Beziehung nicht gerade einfach macht, versucht sie, sie unter Kontrolle zu bringen. Carl hilft ihr dabei so gut es geht.

Im zweiten Band geht es dann darum, dass Carl, der in Band eins schon bei der Drogenfahndung arbeitete, gemeinsam mit Janie Polizeiermittlungen unterstützen soll, da sie mit ihrer Gabe nützlich ist. Dabei soll Janie herausfinden, welcher ihrer Lehrer Schülerinnen sexuell belästigt. Ich fand es etwas merkwürdig, wie leicht auch die Polizei es nahm, dass Janie dazu mit den Lehrern flirten sollte und als langsam klar wurde, wer der Verdächtige ist, auch noch zu dem Lehrer alleine nach Hause gehen sollte. Ich weiß ja nicht, wie solche Ermittlungen normalerweise ablaufen, aber so fand ich es schon arg verstörend.

Zusätzlich kommt es zu einem ziemlichen Hin und Her zwischen Janie und Carl und es ist lange Zeit nicht klar, ob sie die Beziehung retten können oder sich trennen. Das alles nervte irgendwann etwas. Carl, der total verstockt war und Janie, die kaum etwas tat, um Carl besser zu verstehen. Im ersten Band war so was noch okay, da sie ohnehin nicht lange zusammen waren, aber im zweiten Band störte es irgendwann.

Und endlich lernt Janie mehr über ihre Gabe aus dem Tagebuch einer anderen Traumfängerin, die ebenfalls früher für die Polizei arbeitete. Auch da störte es etwas, dass Janie lange Zeit nicht den Mut aufbringt, das Tagebuch zu lesen, aber dauernd erwähnt, das sie es gerne würde…

Fazit
Insgesamt sind „Wake“ und „Dream“ sehr kurzweilig und wissen durchaus zu unterhalten. Besonders gefallen hat mir die Darstellung der Träume. Die beiden Hauptcharaktere Janie und Carl kamen authentisch und vor allem Janie sympathisch rüber, auch wenn sie vor allem im zweiten Band manches Mal zu nerven wusste. Der erste Band gefiel mir dabei etwas besser als der zweite, da dieser durch die merkwürdige Polizeiarbeit nicht ganz zu überzeugen wusste und das „Drama“ zwischen Janie und Carl zeitweise nervte. Das Ende des zweiten Bandes gefiel mir hingegen wieder sehr gut und brachte nochmal einen neuen Punkt ein, der Janie mit ihrer Gabe das Leben nicht gerade leicht machen wird und sich zuvor nur andeutete. Für mich war die Geschichte mit diesem Ende abgeschlossen und ich werde Band 3 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht lesen, da ich nicht wüsste, was noch fehlt und auch die Rezensionen, die ich dazu gelesen habe, nicht danach aussehen, als würde ich etwas verpassen, wenn ich Band 3 weglasse.

Bewertung: ★★★☆☆

Gelöscht (Rezension)

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© Coverrechte: Coppenrath

 

 

Titel: Gelöscht
Autor: Teri Terry
Band 1/3
Seiten: 432
Verlag: Coppenrath
Erscheinungsdatum: Juni 2013

 

 

 

Inhalt

Kyla wurde geslatet, d.h. ihr Gedächtnis wurde gelöscht. In England in einer nicht allzu fernen Zukunft ist dies eine völlig legale und weit verbreitete Methode, ehemaligen Verbrechern eine zweite Chance zu geben. Sie erfahren nicht, warum sie geslatet wurden und beginnen ein neues Leben in einer neuen Familie. Ein Armband – Levo genannt – überwacht die Gefühle der Slater. Der angezeigte Wert sinkt, je mehr negative Gefühle der Slater spürt und steigt, wenn sie etwas positives erleben oder denken. Fällt der Wert zu tief, stirbt der Slater. Damit soll sichergestellt werden, dass die ehemaligen Verbrecher nicht wieder gewalttätig werden können.

Kyla kommt in eine Familie, die bereits eine Slaterin aufgenommen hat: Amy, Kylas neue Schwester. Nur langsam gewöhnt sich Kyla an alles – ist doch alles wieder ganz neu für sie. In der Schule muss sie als erstes lernen, dass Slater nicht von jedem gemocht werden, und dass sie scheinbar anders ist als andere Slater. Sie lernt schneller und kann selbstständiger denken, sodass sie schon bald anfängt, die Methoden der Regierung zu hinterfragen. Warum verschwinden so viele offensichtlich unschuldige Menschen? Werden wirklich nur Verbrecher geslatet? Kyla bringt sich und ihr Umfeld mit ihren Fragen langsam aber sicher in Gefahr…

Eigene Meinung

Nachdem ich schon einige gute Bewertungen zu diesem Buch gelesen hatte, landete es recht fix auf meiner Wunschliste, war mir bisher als Hardcover aber zu teuer. Als dann die liebe Cindy mir zu meinem Geburtstag einen Thalia-Gutschein schenkte und ich in der leider bald schließenden Filiale bei mir nach einem schönen Buch suchte, fiel mir „Gelöscht“ wieder ins Auge. Ohne langes Überlegen nahm ich es mit, auch wenn ich ein paar Euro drauf zahlen musste. 😉 Und ich habe es nicht bereut!

Mir gefällt die Stimmung in „Gelöscht“ sehr gut. Man wird anfangs ohne viele Erklärungen ins Geschehen geworfen und nur langsam klären sich die Umstände auf, in denen dieses Buch spielt. Kylas Unsicherheit, die ohne Erinnerungen an ihr früheres Leben nur allzu verständlich ist, kam gut rüber. Ebenso wie Kylas langsames Einleben und Verstehen in ihrem neuen Leben mit all den merkwürdigen Geschehnissen. Vieles scheint nicht so zu sein, wie es auf den ersten Blick wirkt. Je weiter die Handlung voran schreitet, umso düsterer wird die Grundstimmung. Immer wieder erfährt Kyla neue Geheimnisse, die sie eigentlich niemals jemandem anvertrauen dürfte, um sich nicht selbst in Gefahr zu bringen. Ihre ständige Überwachung durch ihre Lehrer, Ärzte und die Regierung machen ihr zu schaffen. Und dann tauchen in ihren Träumen immer wieder Szenen auf, die ihr viel zu real vorkommen, um eingebildet zu sein. All das steigerte die Spannung immer wieder, obwohl die Handlung ohne Action auskommt. Man möchte als Leser einfach wissen, was wirklich gespielt wird, was die Regierung tatsächlich mit ihrem Slating tut. Und dann sind da noch die Terroristen, die versuchen, etwas gegen die Regierung zu unternehmen, dabei aber viel zu viele unschuldige Menschenleben einfordern und mit denen Kyla sich durch ihre Träume doch irgendwie verbunden fühlt, egal wie sehr sie sie verabscheut. Wer war Kyla früher? Wird sie es herausfinden?

Stellenweise war Kyla etwas anstrengend. Sie muss oft positives erleben/fühlen/denken, um ihren Levo-Wert steigen zu lassen. Ihr ständiges Gefühls-Auf-unf-Ab wurde mir ab und zu etwas viel, vor allem da man spätestens nach der Hälfte des Buches wusste, wie Kyla wann auf was reagiert. Das hätte manches Mal vielleicht etwas weniger ausführlich sein können…

Ebenfalls wichtig für die Handlung ist Ben, ein Mitschüler von Kyla und der typische Mädchenschwarm. Auch er ist ein Slater und anfangs erscheint auch er wenig selbstständig. Je näher Kyla ihn kennenlernt, umso mehr merkt sie aber, dass Ben auch anders ist. Sie möchte ihn schützen und in seiner Nähe sein. Eine zarte Liebesgeschichte entwickelt sich, die den beiden eigentlich verboten ist, denn Kylas Slating liegt noch nicht weit genug zurück, als dass sie dem Gefühlschaos der Liebe standhalten zu könnte. Auf der einen Seite fand ich es recht erfrischend, dass die Liebe nicht so in den Vordergrund gestellt wird wie bei anderen Geschichten und Kylas Gedanken nicht komplett von Ben eingenommen werden. Auf der anderen Seite fand ich es aber dennoch etwas schnell, wie die beiden plötzlich Gefühle für einander hatten. Natürlich kennt man immer nur Kylas Gedanken, aber in denen war Ben die meiste Zeit wirklich nur ein guter Freund, dem sie vertrauen konnte und bei dem sie sich sicher fühlte. Und dann plötzlich schwupps und sie lieben sich. Und dabei bleibt Kyla trotzdem noch sehr rational und denkt stets daran, was das beste für sie beide wäre – nämlich sich nicht mehr zu sehen.

Ihr großes Vertrauen in Ben wird am Ende des Bandes auch nochmal zum großen Problem mit viel Spannung. Aber dazu will ich nicht zu viel verraten. 😉

Insgesamt ließ sich das Buch wirklich schnell lesen, was sicherlich auch auf die recht mager bedruckten Seiten zurück zu führen ist. Man hätte es auch locker mit 2/3 der aktuellen Seitenzahl drucken können. Die durchgehende Spannung und die bedrückende Atmosphäre trugen aber auch sehr gut dazu bei, dass man stets weiter lesen wollte und nach dem großen Finale auch gerne den zweiten Band lesen würde.

Bewertung: ★★★★☆

City of Heavenly Fire (Rezension)

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© Coverrechte: Walter Books

 

 

Titel: City of Heavenly Fire – The Mortal Instruments
Autor: Cassandra Clare
Band 6/6
Seiten: 733
Verlag: Walker Books
Erscheinungsdatum: Mai 2014
[Sobald es eine deutsche Veröffentlichung gibt, trage ich die deutschen Daten nach.]

 

 

Anmerkung: Ich habe nur die englischen Bände gelesen und weiß nicht, inwieweit die Fachbegriffe ins Deutsch übersetzt werden. Daher werde ich nachfolgend die englischen verwenden.

Inhalt

Sebastian Morgenstern wandelt weiterhin mithilfe des „Dark Cups“ Schattenjäger in „Endarkend“ um: willenlose Kreaturen, die außer dem Aussehen nichts mehr mit ihrem ursprünglichen Sein gemein haben. Um auf diese Weise genug „Endarkend“ für seine Dunkle Armee zu schaffen, greift Sebastian die Schattenjäger-Institute in aller Welt an und hinterlässt eine Spur der Zerstörung.

Die überlebenden Schattenjäger ziehen sich nach Idris zurück, um sich für den finalen Kampf gegen Sebastian zu beraten und zu wappnen. Doch wie sollen sie gegen eine Armee kämpfen, die die Gesichter ihrer lieben Angehörigen trägt? Und kann der scheinbar unsterbliche Sebastian überhaupt getötet werden?

Als dann ein großer Verrat die Schattenjäger in noch größere Gefahr bringt, brechen Jace, Clary, Isabelle, Alec und Simon auf, dem Kampf ein Ende zu setzen. Doch ihr Weg führt sie dorthin, wo noch kein Schattenjäger vor ihnen war…

Eigene Meinung

„City of Heavenly Fire“ ist der lang erwartete letzte Band der „The Mortal Instruments“-Reihe. Doch leider entsprach er nicht meinen Erwartungen. Ich verfolge die Reihe seit dem ersten Band und liebe die ersten drei Bände wirklich abgöttisch. Selten habe ich bei Büchern so oft geweint, geflucht und mitgefiebert. Und mit Band 3 war die Reihe eigentlich abgeschlossen. Die meisten Fragen waren beantwortet und ich war durchaus zufrieden wie es war. Doch wie es so oft ist: der Erfolg steigt den Autoren etwas zu Kopf und so wurde eine Fortsetzungstrilogie angekündigt. Und wie erwartet entsprach sie nicht mehr der ursprünglichen Qualität. Zwar ließen sich die Ereignisse rund um den wieder auferstandenen Sebastian gut lesen und die ein oder andere spannende Wendung war dabei, aber insgesamt fehlte das gewisse Etwas, was mich die ersten drei Bände so lieben ließ.

Nun lag der letzte Band vor und ich hatte nach dem recht enttäuschenden 5. Band „City of Lost Souls“ gehofft, dass der Abschluss nochmal richtig, richtig gut wird.

Doch leider wurde ich enttäuscht. Schon der Prolog nahm mir einen Großteil der Lust darauf, das Buch weiter lesen zu wollen – und das soll schon was heißen. Grund dafür war nicht, dass es besonders schlecht oder langweilig oder gar an den Haaren herbei gezogen war, sondern wegen den darin auftauchenden Charakteren. Ich hatte schon vor einiger Zeit erfahren, dass Cassandra Clare eine neue Trilogie plant, die nach „The Mortal Instruments“ spielen soll. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Aber die Charaktere, die in der neuen Reihe die Protagonisten sein sollen, wurden nun ganz dreist in „City of Heavenly Fire“ eingeführt. Dass sie in den vorherigen Bänden nie auch nur ansatzweise von Bedeutung waren, ist dabei scheinbar egal. Hauptsache Werbung machen für die Folge-Trilogie… So was nervt mich immer, wenn es einfach zu offensichtlich gemacht ist. Wären diese Charaktere nun im folgenden Verlauf des Bandes nicht weiter von Bedeutung gewesen, wäre ich vielleicht damit klar gekommen. Aber stattdessen wurde die Haupthandlung immer wieder unterbrochen, um zu diesen neuen Charakteren zu wechseln. Das hat irgendwann nur noch genervt und ich habe die Szenen mit ihnen am Ende echt nur noch überflogen.

Ebenso störend waren die Szenen mit Maia, die man durchaus kürzer hätte darstellen können. Und die Sache mit Maia und Jordan war auch mehr als… merkwürdig. Aber ich will ja nicht zu viel verraten.

Nun aber zur Haupthandlung… die kam durchaus zu kurz und ging zu schleppend voran. Ständig wurden beratende Gespräche geführt, ohne dass es wirklich voran ging. Und das eigentliche Ende war dann sehr kurz und einfach geklärt. Dass es ein Happy End geben würde, war ja klar, aber es war nicht zufriedenstellend. Es war einfach ZU perfekt. Alle waren glücklich, keiner musste mehr traurig sein. Was ich an den ersten drei Bänden so geliebt hatte – das ganze Drama, der Herzschmerz, die Verzweiflung – fehlte so gut wie komplett. Alles erschien so locker und einfach. Ich musste mich durch die 733 Seiten wirklich durchkämpfen. Und das ist einfach nur schade. Ich liebe die Charaktere noch immer und einige Entwicklungen, besonders die von Isabelle, haben mir sehr gefallen. Aber es ist einfach schade, dass Cassandra Clare sich zu sehr nach der Liebe ihrer Fans zu ihren Charakteren zu richten scheint. Alles muss plötzlich gut ausgehen.

Es ist wirklich schade, dass die Reihe, die auch in den drei letzten Bänden so viel Potenzial hatte, zu so einem laschen Ende geführt wurde…

Pluspunkte gibt es aber immerhin für die tollen, individuellen Charaktere, Clares meiner Meinung nach grandiosen Schreibstil und dem Witz, den die Charaktere trotz allem nicht verloren hatten.

Fazit

Ein leider nicht wirklich gelungener Abschluss einer anfangs tollen Reihe. Fans werden ihn natürlich trotzdem lesen, um zu wissen wie es mit Jace, Clary und Co ausgeht. Zu viel sollte man allerdings nicht erwarten. Und ich bin mir aktuell sehr unsicher, ob ich Clares neue Reihe lesen will… Die Autorin hat für mich seit „City of Lost Souls“ deutlich an Gunst eingebüßt. Bis Herbst 2015 habe ich aber ja noch Zeit, das zu entscheiden. Im Moment bin ich von den Charakteren, die dort mitspielen sollen, aber genervt. 😉

Bewertung: ★★★☆☆