Wake & Dream (Rezension)

Titel: Wake – Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast
Autor: Lisa McMann
Band: 1/3
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 221
Verlag: Baumhaus
Erscheinungsdatum: Mai 2011

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© Coverrechte: Boje

 

Titel: Dream – Ich weiß, was du letzte Nacht geträumt hast
Autor: Lisa McMann
Band 2/3
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 268
Verlag: Boje
Erscheinungsdatum: August 2010

Anmerkung: Da die Bände nur kurz sind und ich sie ohnehin direkt nacheinander gelesen habe, schreibe ich sie in eine gemeinsame Rezension. Ich dachte eigentlich, die Reihe hätte nur zwei Bände, hab aber gerade gesehen, dass es noch einen dritten Band gibt, der allerdings recht schlecht bei Amazon bewertet ist. Ich gehe daher nicht davon aus, ihn noch zu lesen, wo ich mit der Reihe eh schon abgeschlossen hatte.


Inhalt

Die 17-jährige Janie besitzt die Gabe in fremde Träume hineingezogen zu werden. Sobald sie in die Nähe einer träumenden Person kommt, sieht sie dessen Traum, schläft dabei aber selbst nicht ein. Es ist viel mehr so, dass sie noch fühlen kann, was um sie herum ist, sie aber nur den Traum sehen kann. Da Janie sich nicht dagegen wehren kann, in die Träume gezogen zu werden, kann es schon mal passieren, dass sie in kritische Situationen gerät. So wird sie beispielsweise einmal beim Autofahren in einen Alptraum gezogen und kann nur ganz knapp verhindern, einen Unfall zu verursachen. Anfangs weiß niemand von ihrer Gabe und Janie hütet sich auch gut davor, irgendwem davon zu erzählen. Man würde sie dann nur für verrückt halten. Doch dann lernt Janie Carl kennen und vieles beginnt sich zu verändern…

Eigene Meinung
Geschrieben sind die Bücher in der 3. Person, aber dennoch hauptsächlich aus Janies Sicht. Dabei ist alles in kurze Abschnitte unterteilt, die sich nach Tagen und Uhrzeiten richten. So weiß man immer, wie viel Zeit beispielsweise während eines Traumes vergeht. Beginnen tut die Handlung als Janie das erste Mal in einen Traum gezogen wird, da ist sie acht Jahre alt. Danach wird in verschiedenen Episoden gezeigt, wie Janie während der Schulzeit in Träume gezogen wird, wie sie die Träume von Freundinnen sieht und dadurch mehr über diese erfährt, als ihr lieb ist und letztlich erreicht die Handlung die „Hauptzeit“, in der Janie in einen bestimmten Alptraum immer wieder hineingezogen wird und letztlich Carl trifft.

Der Schreibstil ist sehr knapp gehalten, es wird nur das wichtigste gesagt. Dadurch schreitet die Handlung zum einen schnell voran, zum anderen wirken gerade die Träume sehr realistisch. Jeder weiß ja wie sprunghaft und seltsam Träume sein können und das fängt Lisa McMann meiner Meinung nach sehr gut mit ihrem Schreibstil ein – sowohl bei lustigen Träumen als auch bei Alpträumen. Dennoch kommen auch Janies Gefühle nicht zu kurz. Ich konnte immer gut nachvollziehen, wie schwer ihre Gabe auf ihr lastet und wie sie damit zu kämpfen hat, nicht im falschen Moment weg zu sein. Hinzu kommt ihre alkoholabhängige Mutter, die sich überhaupt nicht um Janie kümmert und wegen der Janie neben der Schule noch in einem Altenheim arbeitet, um genug Geld fürs College zu sparen. Mir war Janie jedenfalls von Anfang an sympathisch.

Ebenfalls gut gelungen fand ich die Beziehung zu Carl. Es war kein typisches „Super-toller-Kerl-kommt-um-die-Ecke-und-es-ist-Liebe-auf-den-ersten-Blick“-Szenario. Ganz im Gegenteil. Janie lernt Carl eher zufällig kennen und danach haben sie ewig überhaupt nichts mehr miteinander zu tun, bis Carl in ihre Klasse wechselt und sich äußerlich ziemlich verändert hat. Dennoch wird er stets als normaler Durchschnittstyp beschrieben, der eine besondere, mysteriöse Aura ausstrahlt, die die Mädchen interessant finden. Er selbst ist aber sehr verschlossen und sucht keinen Kontakt zu irgendwem. Nur sehr langsam freunden Janie und Carl sich an und auch ihre Liebesgeschichte entwickelt sich nur langsam. Das war sehr erfrischend.

Da Janies Gabe aber eine Beziehung nicht gerade einfach macht, versucht sie, sie unter Kontrolle zu bringen. Carl hilft ihr dabei so gut es geht.

Im zweiten Band geht es dann darum, dass Carl, der in Band eins schon bei der Drogenfahndung arbeitete, gemeinsam mit Janie Polizeiermittlungen unterstützen soll, da sie mit ihrer Gabe nützlich ist. Dabei soll Janie herausfinden, welcher ihrer Lehrer Schülerinnen sexuell belästigt. Ich fand es etwas merkwürdig, wie leicht auch die Polizei es nahm, dass Janie dazu mit den Lehrern flirten sollte und als langsam klar wurde, wer der Verdächtige ist, auch noch zu dem Lehrer alleine nach Hause gehen sollte. Ich weiß ja nicht, wie solche Ermittlungen normalerweise ablaufen, aber so fand ich es schon arg verstörend.

Zusätzlich kommt es zu einem ziemlichen Hin und Her zwischen Janie und Carl und es ist lange Zeit nicht klar, ob sie die Beziehung retten können oder sich trennen. Das alles nervte irgendwann etwas. Carl, der total verstockt war und Janie, die kaum etwas tat, um Carl besser zu verstehen. Im ersten Band war so was noch okay, da sie ohnehin nicht lange zusammen waren, aber im zweiten Band störte es irgendwann.

Und endlich lernt Janie mehr über ihre Gabe aus dem Tagebuch einer anderen Traumfängerin, die ebenfalls früher für die Polizei arbeitete. Auch da störte es etwas, dass Janie lange Zeit nicht den Mut aufbringt, das Tagebuch zu lesen, aber dauernd erwähnt, das sie es gerne würde…

Fazit
Insgesamt sind „Wake“ und „Dream“ sehr kurzweilig und wissen durchaus zu unterhalten. Besonders gefallen hat mir die Darstellung der Träume. Die beiden Hauptcharaktere Janie und Carl kamen authentisch und vor allem Janie sympathisch rüber, auch wenn sie vor allem im zweiten Band manches Mal zu nerven wusste. Der erste Band gefiel mir dabei etwas besser als der zweite, da dieser durch die merkwürdige Polizeiarbeit nicht ganz zu überzeugen wusste und das „Drama“ zwischen Janie und Carl zeitweise nervte. Das Ende des zweiten Bandes gefiel mir hingegen wieder sehr gut und brachte nochmal einen neuen Punkt ein, der Janie mit ihrer Gabe das Leben nicht gerade leicht machen wird und sich zuvor nur andeutete. Für mich war die Geschichte mit diesem Ende abgeschlossen und ich werde Band 3 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht lesen, da ich nicht wüsste, was noch fehlt und auch die Rezensionen, die ich dazu gelesen habe, nicht danach aussehen, als würde ich etwas verpassen, wenn ich Band 3 weglasse.

Bewertung: ★★★☆☆

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