Die Chroniken des Magnus Bane (Rezension)

978-3-401-06975-3

© Coverrechte: Arena

 

Titel: Die Chroniken des Magnus Bane
Autor: Cassandra Clare, Maureen Johnson, Sarah Rees Brennan
Band: 1/1
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 560
Verlag: Arena
Erscheinungsdatum: Juni 2014

 

 

 
Anmerkung: Ich habe nur die englische Ausgabe gelesen, hier aber die deutschen Angaben gemacht, da ja nicht jeder das englische Buch kaufen wird, wenns das auch auf Deutsch gibt. 😉
Allerdings muss ich anmerken, dass in der englischen Ausgabe zu jedem Kapitel ein einseitiger Comic von Cassandra Jean gezeichnet wurde, der je eine Szene aus der dazugehörigen Kurzgeschichte zeigt. Soweit ich weiß, fehlen diese Comics in der deutschen Ausgabe, da sie ein paar Monate vor der englischen erschien. Dazu sei gesagt, dass die Chroniken des Magnus Bane zuerst nur als E-Books erhältlich waren, die als einzelne Kurzgeschichte herausgebracht wurden. Die Gesamtausgabe wurde erst nachträglich in gedruckter Form veröffentlicht.

Inhalt
In insgesamt 11 Kurzgeschichten von je ca. 50 Seiten wird das Leben des Warlocks Magnus Bane näher beleuchtet und ein paar Geheimnisse über ihn gelüftet. Z.B. was wirklich in Peru geschah oder wie Magnus Raphael Santiago rettet.

Eigene Meinung
Als erstes sei gesagt, dass die Bane Chroniken nur etwas für diejenigen sind, die die „Chroniken der Unterwelt“ (The Mortal Instruments) und die „Chroniken der Schattenjäger“ (The Infernal Devices) komplett gelesen haben. Sonst spoilert man sich und es könnten die Zusammenhänge zwischen Magnus Bane und den Personen, die er in den Kurzgeschichten trifft, unverständlich sein oder gar überflüssig erscheinen. Außerdem sollte man Magnus Bane zumindest etwas mögen oder interessant finden. 😉

Daher: Achtung, SPOILER möglich!

Insgesamt ist zudem anzumerken, dass Cassandra Clare nicht selbst die Geschichten geschrieben hat und daher die Spannung, die sie so toll in Kämpfen oder auch in romantischen Szenen einbringen kann, nicht so gut rüber kommt wie man es sonst gewohnt ist. Außerdem bleibt Magnus in den meisten Geschichten etwas blass im Vergleich zu den Hauptbüchern, wo er immerhin nur eine wichtige Nebenrolle spielt. Er wird viel zu sehr auf seinen Modefimmel reduziert, finde ich.

Die Kurzgeschichten sind unterschiedlich interessant, weshalb es schwer ist, ein Gesamturteil zu fällen. Gerade die ersten Geschichten konnten mich nicht wirklich mitreißen. Was wirklich in Peru geschah erschien mir wie eine recht sinnlose Aneinanderreihung von trivialen Ereignissen, die irgendwie in Peru stattfanden und nicht mal ansatzweise witzig oder spannend waren. Das war kein guter Einstieg in die Kurzgeschichtenreihe…

Bei der zweiten Story „The Runaway Queen“ fehlte mir komplett der Bezug zu den anderen Büchern der Schattenjäger. Vielleicht habe ich es aber auch einfach vergessen. Es ist sicherlich hilfreich, die Chroniken des Magnus Bane direkt nach den Ereignissen in den Hauptbüchern zu lesen. Jedenfalls konnte mich diese Geschichte auch nicht wirklich fesseln und ich war schon am zweifeln, ob ich wirklich weiter lesen sollte…

Die folgenden Geschichten wurden aber besser. In der 3. Kurzgeschichte geht es darum, wie Magnus den Vater von Will Herondale trifft und wie er Camille kennenlernt. Insgesamt zwar auch eine sehr ruhige Geschichte, aber die Charaktere waren interessanter.

In der 4. Geschichte trifft Magnus dann Will, Tessa und Jem wieder und lernt den Sohn von Will und Tessa kennen. Hier hätte ich gerne mehr gelesen, da man am Ende doch recht hilflos zurückgelassen wird und nicht erfährt, wie „die Angelegenheit“ (Ich will ja niemanden zu sehr spoilern.) weiter geht. Insgesamt aber eine der Geschichten, die mir am besten gefallen haben!

In den Geschichten 5 bis 7 geht dann alles um das Hotel Dumort, Camille und Raphael Santiago, wobei es über etwa 60 Jahre verteilt spielt. Diese Geschichten fand ich auch recht unterhaltsam und gerade die Szenen mit Raphael sind super, denn er hat eine ganz spezielle, vorlaute Art, die mir auch in den anderen Büchern schon gut gefallen hat.

Die Geschichten 8, 10 und 11 handeln dann von Magnus Beziehung zu Alec. Hier merkt man, dass Cassandra Clare und ihre Co-Autorinnen den Fans von „Malec“, wie die Beziehung von Magnus und Alec gerne bezeichnet wird, ein bisschen mehr präsentieren wollte. Mir gefielen sie allerdings nicht so unbedingt. Gerade Story 8 dreht sich fast komplett darum, wie Magnus ein Geburtstagsgeschenk für Alec sucht. Dies sollte vermutlich witzig oder niedlich oder was weiß ich sein. Ich fands eher langweilig. Dasselbe gilt für die 11. Geschichte, die nur aus Nachrichten auf Magnus Mailbox besteht, die Izzy, Simon, Alec und Co. nach der Trennung von „Malec“ drauf sprechen. Auch das fand ich nicht allzu witzig zu lesen und eher überflüssig. Fans der Beziehung wird es aber sicher gefallen können. Einzig die 10. Geschichte gefiel mir gut. Sie war zwar auch nicht unbedingt voll mit Action, aber hier konnte man die Beziehung zwischen Alec und Magnus in ihrer Anfangsphase miterleben und gerade die Unsicherheit der beiden kam sehr gut rüber.

Die 9. Geschichte spielte nochmal ein paar Jahre in der Vergangenheit, wo Magnus zum ersten Mal auf den Zirkel von Valentin trifft. Hier gab es endlich mal mehr Konflikte und Kampf. Es kam meiner Meinung nach gut rüber, wie sehr Valentins Gefolgsleute den Befehlen ihres Anführers folgen, ohne darüber nachzudenken. Und wie dann doch erste Zweifel auftreten. Zum Schluss gab es auch noch die Szene, in der Jocelyn Clary zum ersten Mal zu Magnus bringt und um Hilfe bittet.

Insgesamt sind die Chroniken des Magnus Bane recht unterhaltsam und für zwischendurch gut geeignet. Man sollte aber keine allzu mitreißenden, spannenden Geschichten erwarten, sondern sich eher auf das Wiedersehen mit alten Bekannten freuen und nebenbei ein paar Geheimnisse aus Magnus Vergangenheit lüften. Ein paar Geschichten hätten gerne weggelassen oder gekürzt werden können, wohingegen ich einige andere gerne ausführlicher gehabt hätte. Schade ist natürlich, dass die sonst so witzige Art von Magnus nicht so gut rüber kommt wie man es gewohnt ist. Er wirkt oftmals sogar etwas nervig und langweilig, wenn er mal wieder nur von Mode spricht oder andere Menschen auf ihre Kleidung reduziert.

Bewertung: ★★★☆☆

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City of Heavenly Fire (Rezension)

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© Coverrechte: Walter Books

 

 

Titel: City of Heavenly Fire – The Mortal Instruments
Autor: Cassandra Clare
Band 6/6
Seiten: 733
Verlag: Walker Books
Erscheinungsdatum: Mai 2014
[Sobald es eine deutsche Veröffentlichung gibt, trage ich die deutschen Daten nach.]

 

 

Anmerkung: Ich habe nur die englischen Bände gelesen und weiß nicht, inwieweit die Fachbegriffe ins Deutsch übersetzt werden. Daher werde ich nachfolgend die englischen verwenden.

Inhalt

Sebastian Morgenstern wandelt weiterhin mithilfe des „Dark Cups“ Schattenjäger in „Endarkend“ um: willenlose Kreaturen, die außer dem Aussehen nichts mehr mit ihrem ursprünglichen Sein gemein haben. Um auf diese Weise genug „Endarkend“ für seine Dunkle Armee zu schaffen, greift Sebastian die Schattenjäger-Institute in aller Welt an und hinterlässt eine Spur der Zerstörung.

Die überlebenden Schattenjäger ziehen sich nach Idris zurück, um sich für den finalen Kampf gegen Sebastian zu beraten und zu wappnen. Doch wie sollen sie gegen eine Armee kämpfen, die die Gesichter ihrer lieben Angehörigen trägt? Und kann der scheinbar unsterbliche Sebastian überhaupt getötet werden?

Als dann ein großer Verrat die Schattenjäger in noch größere Gefahr bringt, brechen Jace, Clary, Isabelle, Alec und Simon auf, dem Kampf ein Ende zu setzen. Doch ihr Weg führt sie dorthin, wo noch kein Schattenjäger vor ihnen war…

Eigene Meinung

„City of Heavenly Fire“ ist der lang erwartete letzte Band der „The Mortal Instruments“-Reihe. Doch leider entsprach er nicht meinen Erwartungen. Ich verfolge die Reihe seit dem ersten Band und liebe die ersten drei Bände wirklich abgöttisch. Selten habe ich bei Büchern so oft geweint, geflucht und mitgefiebert. Und mit Band 3 war die Reihe eigentlich abgeschlossen. Die meisten Fragen waren beantwortet und ich war durchaus zufrieden wie es war. Doch wie es so oft ist: der Erfolg steigt den Autoren etwas zu Kopf und so wurde eine Fortsetzungstrilogie angekündigt. Und wie erwartet entsprach sie nicht mehr der ursprünglichen Qualität. Zwar ließen sich die Ereignisse rund um den wieder auferstandenen Sebastian gut lesen und die ein oder andere spannende Wendung war dabei, aber insgesamt fehlte das gewisse Etwas, was mich die ersten drei Bände so lieben ließ.

Nun lag der letzte Band vor und ich hatte nach dem recht enttäuschenden 5. Band „City of Lost Souls“ gehofft, dass der Abschluss nochmal richtig, richtig gut wird.

Doch leider wurde ich enttäuscht. Schon der Prolog nahm mir einen Großteil der Lust darauf, das Buch weiter lesen zu wollen – und das soll schon was heißen. Grund dafür war nicht, dass es besonders schlecht oder langweilig oder gar an den Haaren herbei gezogen war, sondern wegen den darin auftauchenden Charakteren. Ich hatte schon vor einiger Zeit erfahren, dass Cassandra Clare eine neue Trilogie plant, die nach „The Mortal Instruments“ spielen soll. Dagegen ist ja auch nichts einzuwenden. Aber die Charaktere, die in der neuen Reihe die Protagonisten sein sollen, wurden nun ganz dreist in „City of Heavenly Fire“ eingeführt. Dass sie in den vorherigen Bänden nie auch nur ansatzweise von Bedeutung waren, ist dabei scheinbar egal. Hauptsache Werbung machen für die Folge-Trilogie… So was nervt mich immer, wenn es einfach zu offensichtlich gemacht ist. Wären diese Charaktere nun im folgenden Verlauf des Bandes nicht weiter von Bedeutung gewesen, wäre ich vielleicht damit klar gekommen. Aber stattdessen wurde die Haupthandlung immer wieder unterbrochen, um zu diesen neuen Charakteren zu wechseln. Das hat irgendwann nur noch genervt und ich habe die Szenen mit ihnen am Ende echt nur noch überflogen.

Ebenso störend waren die Szenen mit Maia, die man durchaus kürzer hätte darstellen können. Und die Sache mit Maia und Jordan war auch mehr als… merkwürdig. Aber ich will ja nicht zu viel verraten.

Nun aber zur Haupthandlung… die kam durchaus zu kurz und ging zu schleppend voran. Ständig wurden beratende Gespräche geführt, ohne dass es wirklich voran ging. Und das eigentliche Ende war dann sehr kurz und einfach geklärt. Dass es ein Happy End geben würde, war ja klar, aber es war nicht zufriedenstellend. Es war einfach ZU perfekt. Alle waren glücklich, keiner musste mehr traurig sein. Was ich an den ersten drei Bänden so geliebt hatte – das ganze Drama, der Herzschmerz, die Verzweiflung – fehlte so gut wie komplett. Alles erschien so locker und einfach. Ich musste mich durch die 733 Seiten wirklich durchkämpfen. Und das ist einfach nur schade. Ich liebe die Charaktere noch immer und einige Entwicklungen, besonders die von Isabelle, haben mir sehr gefallen. Aber es ist einfach schade, dass Cassandra Clare sich zu sehr nach der Liebe ihrer Fans zu ihren Charakteren zu richten scheint. Alles muss plötzlich gut ausgehen.

Es ist wirklich schade, dass die Reihe, die auch in den drei letzten Bänden so viel Potenzial hatte, zu so einem laschen Ende geführt wurde…

Pluspunkte gibt es aber immerhin für die tollen, individuellen Charaktere, Clares meiner Meinung nach grandiosen Schreibstil und dem Witz, den die Charaktere trotz allem nicht verloren hatten.

Fazit

Ein leider nicht wirklich gelungener Abschluss einer anfangs tollen Reihe. Fans werden ihn natürlich trotzdem lesen, um zu wissen wie es mit Jace, Clary und Co ausgeht. Zu viel sollte man allerdings nicht erwarten. Und ich bin mir aktuell sehr unsicher, ob ich Clares neue Reihe lesen will… Die Autorin hat für mich seit „City of Lost Souls“ deutlich an Gunst eingebüßt. Bis Herbst 2015 habe ich aber ja noch Zeit, das zu entscheiden. Im Moment bin ich von den Charakteren, die dort mitspielen sollen, aber genervt. 😉

Bewertung: ★★★☆☆